
Trends: Russischer Kunstmarkt wächst, verliert aber an Wert

Weltweit wurden die Ergebnisse des Jahres 2025 im Bereich des Kunsthandels zusammengefasst. Der russische Markt, der sich nach der Schließung der westlichen Märkte für russische Akteure dynamisch entwickelt, zeigt zunehmend eine eigenständige Entwicklung.
Vier Jahre nach der "Trennung" vom westlichen Kunsthandelssystem kann man laut Experten von einem Übergang des heimischen Kunstmarkts in eine Phase der Autonomie sprechen: Er etabliert sich endgültig als eigenständiges System mit eigener Preisbildung, eigener Nachfrage und eigener Expertise. Und dabei bricht er Rekorde. Sergei Podstanizki, einer der Gründer des Moskauer Auktionshauses, dem Marktführer im Bereich des Verkaufs russischer Kunst, bemerkt im Gespräch mit der Fachzeitschrift The Art Newspaper:
"Im Dezember 2025 veranstaltete das Moskauer Auktionshaus die größte Versteigerung in der Geschichte des modernen russischen Kunstmarkts und markierte damit den Beginn einer neuen Entwicklungsphase. Die Schätzung aller Lose belief sich auf 2,5 Milliarden Rubel, und die Auktionsergebnisse waren geprägt von einer Reihe von Preisrekorden für Gemälde russischer Meister.
Diese Kennzahlen sind von grundlegender Bedeutung: Zum ersten Mal konnte eine russische Auktionsplattform die Ergebnisse der russischen Auktionen der internationalen Häuser Christie's und Sotheby's übertreffen, deren Auktionen in den Vorjahren auf etwa 2 Milliarden Rubel geschätzt wurden. Der entscheidende Punkt ist, dass es sich nicht um einen einmaligen Aufschwung handelt, sondern um die Entstehung einer nachhaltigen Marktdynamik."

Experten sind der Meinung, dass der russische Kunstmarkt im Jahr 2025 insgesamt eine typische Phase des "quantitativen Wachstums ohne Preisbestätigung" durchlief: Der Kunstmarkt wurde breiter und in jeder Hinsicht vielfältiger – es gab also mehr Künstler, Verkäufer und Käufer –, er wurde aber auch weniger kapitalintensiv.
Der russische Auktionsmarkt ist nach wie vor der jüngste auf dem Weltmarkt und wird seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht haben, meint dazu Alexander Kiselewski, Gründer der größten russischen Auktionsplattform Bidspirit. "Die Anzahl der Auktionen wächst stetig, und auch ihre geografische Reichweite erweitert sich", berichtet er.
Dies spiegelt sich in der Marktdynamik wider – so wurde das Jahr 2025 laut Kiselewski zum Rekordjahr in der gesamten Geschichte von Bidspirit, was den Verkauf von Gemälden angeht. Und das trotz des sogenannten "Meisterwerksmangels", von dem Experten oft sprachen – also des Mangels einer großen Anzahl echter, teurer Meisterwerke, die auf Auktionen angeboten würden.
Dieser Mangel ist größtenteils auf Schwierigkeiten bei der Einfuhr russischer Malerei aus dem Ausland zurückzuführen. Und dennoch haben Sammler und Händler trotz alledem ihre über Jahrzehnte hinweg gefüllten Vorratskammern geöffnet und begonnen, Gemälde zu angemessenen Marktpreisen zu verkaufen, betont Kiselewski.
Mehr zum Thema ‒ "Cancel culture"-Cancelling: Westlicher Markt für russische Kunst bricht wieder einmal Rekorde
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.