Nordamerika

Neuer US-Senatsbericht: Wie Deutsche Bank und JPMorgan Jeffrey Epstein jahrelang schützten

Ein neuer Bericht aus dem US-Senat zeigt, wie große Banken jahrelang verdächtige Geldflüsse des verurteilten Sexualstraftäters abwickelten – und erst nach dessen Tod meldeten. Was steckt hinter den verzögerten Meldungen und den Zahlungen an Frauen aus Osteuropa?
Neuer US-Senatsbericht: Wie Deutsche Bank und JPMorgan Jeffrey Epstein jahrelang schütztenQuelle: Gettyimages.ru © Adam Gray

Ein Bericht von Demokraten im US-Senatsausschuss für Finanzen wirft JPMorgan Chase, der Deutschen Bank und der Bank of America vor, Jeffrey Epstein über Jahre hinweg bei verdächtigen Transaktionen im Umfang von mehr als einer Milliarde Dollar geholfen zu haben. Dazu zählten auch Zahlungen an Frauen aus Osteuropa, die nach Angaben der Autoren mit Menschenhandel in Verbindung standen.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Papier war Epstein zwischen 1998 und 2013 Kunde bei JPMorgan. In dieser Zeit seien rund 5000 verdächtige Überweisungen mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden US-Dollar abgewickelt worden. Die Bank habe die Geschäfte erst nach Epsteins Verhaftung und Tod 2019 rückwirkend als verdächtig an das US-Finanzministerium gemeldet. Darunter befanden sich Zahlungen an Frauen in Russland, Weißrussland und Turkmenistan sowie an Personen, die als Beschafferinnen von Frauen im Rahmen von Menschenhandel beschrieben wurden.

Compliance-Mitarbeiter der Bank hatten dem Bericht zufolge bereits ab 2010 gedrängt, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Ein Manager soll Epstein als "Abschaum" bezeichnet haben. Höhere Führungskräfte setzten sich jedoch darüber hinweg. Einige kannten den Angaben nach die Zahlungen an die Frauen und sollen über Epsteins Vorliebe für "Nymphchen" gescherzt haben. Die Bank beendete die Beziehung erst 2013.

Danach wechselte Epstein mit dem Großteil seiner Vermögenswerte zur Deutschen Bank. Zwischen 2013 und 2019 seien dort 1.140 verdächtige Transfers gelaufen. Auch hier seien die Meldungen an die Behörden erst 2019 erfolgt. Die Bank of America habe 170 Millionen US-Dollar von dem Milliardär Leon Black nicht rechtzeitig gemeldet. Black erklärte, er habe Epstein für Steuerberatung bezahlt. Ein Teil des Geldes sei dem Bericht zufolge in Epsteins Betrieb auf den Amerikanischen Jungferninseln geflossen. Die Bank habe die Transaktionen selbst als ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck eingestuft, die Meldung aber erst 2020 abgegeben.

Nach dem Bankgeheimnisgesetz müssen Banken verdächtige Aktivitäten unverzüglich melden. Der Bericht stellt fest:

"Die Banker, die hätten Fragen stellen müssen, haben sie nicht gestellt. Jeffrey Epsteins Verbrechen lagen offen zutage."

Senator Ron Wyden, der die vierjährige Untersuchung leitete, erklärte, Verbündete von Präsident Donald Trump hätten versucht, den Zugang zu den Bankunterlagen zu blockieren. Finanzminister Scott Bessent habe dreimal die Herausgabe von Details zu den Verdachtsmeldungen verweigert, und republikanische Senatoren hätten einen Gesetzesvorschlag gestoppt, der die Freigabe erzwungen hätte.

Die Banken selbst haben in der Vergangenheit bereits Millionen an Entschädigungen an Opfer gezahlt und bedauern die früheren Geschäftsbeziehungen. Der neue Bericht wirft nun ein schärferes Licht auf die internen Entscheidungen und die späten Meldungen. Ob daraus weitere Konsequenzen folgen, bleibt abzuwarten.

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