International

Erdoğan will mit Putin über Schicksal des AKW Saporoschje sprechen

Der türkische Präsident erklärte, er werde die Situation bei dem AKW Saporoschje mit Wladimir Putin besprechen. Seiner Meinung nach muss Russland einen Schritt in Richtung Frieden machen, und Selenskij bat darum, auf Moskau einzuwirken, das Gebiet des Werks zu entminen.
Erdoğan will mit Putin über Schicksal des AKW Saporoschje sprechenQuelle: Sputnik © Wjatscheslaw Prokofjew

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat angekündigt, dass er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Situation im Atomkraftwerk Saporoschje sprechen will. Dies erklärte er Journalisten nach seiner Rückkehr aus der Ukraine, berichtete der Fernsehsender Haber Turk. Erdoğan sagte:

"Wir werden diese Frage mit Herrn Putin besprechen."

Er teilte auch mit, er werde Putin auffordern, bei den Verhandlungen über das Schicksal des Atomkraftwerks "einen wichtigen Schritt in Richtung Frieden" zu tun. Erdoğan fügte hinzu, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij die Türkei gebeten habe, bei der Räumung des Gebiets um das Kernkraftwerk zu helfen, "weil die Situation bedrohlich ist". Er wies auch darauf hin, dass die Ukraine im Gebiet Saporoschje über eigenes technisches und militärisches Personal verfügt.

Erdoğan traf Selenskij bei seinem Besuch in Lwow am 18. August. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar, der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu und der türkische Minister für Land- und Forstwirtschaft, Vahit Kirişci, nahmen an dem Gespräch teil.

Neben der Beratung mit Selenskij besprach sich Erdoğan auch mit UN-Generalsekretär António Guterres, der ebenfalls die Ukraine besucht. Sie erörterten insbesondere die Situation im Gebiet des Atomkraftwerks Saporoschje. Selenskij betonte, er habe bei diesem Treffen die Parameter für die IAEO-Mission im Kernkraftwerk vereinbart. Außerdem weigerte sich der ukrainische Präsident, mit Russland zu verhandeln, bevor es seine Truppen nicht vollständig aus dem Kernkraftwerk und dem ukrainischen Hoheitsgebiet abgezogen habe.

Zuvor hatte sich Russland zu den Vorschlägen der UNO geäußert, eine entmilitarisierte Zone im Kernkraftwerk Saporoschje einzurichten, sowie zu den Vorschlägen, den Atommeiler unter die Kontrolle der Ukraine zu stellen. Das russische Außenministerium betonte, dass diese Vorschläge inakzeptabel seien, da sie die Anlage "noch anfälliger" machen würden.

Das Atomkraftwerk Saporoschje ist gemessen an seiner Leistung das größte Kernkraftwerk Europas und das drittgrößte der Welt. Der Kernreaktor steht am Ufer des Kachowka-Stausees am Dnepr in der Nähe von Energodar in dem ukrainischen Gebiet Saporoschje.

Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es am 28. Februar 2022 die Kontrolle über das AKW Saporoschje übernommen habe. Formal untersteht das Werk noch immer der Kontrolle der ukrainischen Energoatom.

Seit Mitte Juli ist die Situation um das Kernkraftwerk eskaliert. Das russische Verteidigungsministerium und die prorussische zivil-militärische Verwaltung des Gebiets berichteten vom wiederholten Beschuss der Atomanlage durch das ukrainische Militär.

Am 18. August erklärte das russische Verteidigungsministerium, dass es von den Plänen Kiews wisse, eine Provokation im Atomkraftwerk inszenieren und Moskau die Schuld an der Katastrophe geben zu wollen. Nach Angaben des Ministeriums planen Einheiten der 44. Artilleriebrigade der ukrainischen Streitkräfte von ihren Feuerstellungen in den Städten Nikopol und Marganez aus Artillerieangriffe auf das Gebiet des Atomkraftwerks Saporoschje zu führen. Die Schuld an den Folgen solle jedoch den russischen Streitkräften angelastet werden, obwohl sich in der Nähe der Anlage keine schweren russischen Waffen befinden, betonte das Verteidigungsministerium.

Mehr zum ThemaKiews Lügen rund um die drohende Atom-Katastrophe in Saporoschje

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.