Nahost

Iran-Krieg: Trump spricht von neuer Verhandlungsrunde – Teheran erkennt lediglich "neue Lüge"

US-Präsident Donald Trump behauptete am Sonntag, dass die USA und Iran sich auf eine neue Verhandlungsrunde geeinigt hätten, wobei die Gespräche kurzfristig beginnen sollen. Teheran dementiert die Ankündigung und fordert seitens Washingtons die Umsetzung des ausgehandelten Memorandums.

Aufgrund des vermeintlichen Drängens von US-Verbündeten in der Golfregion hätte Washington auf neue Angriffe gegen Iran verzichtet, so Donald Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Tags zuvor lautete die Information Trumps, dass vermeintlich zu Wochenbeginn, "morgen Nachmittag", jeweilige "Unterhändler weitere Gespräche führen werden". Teherans Staatsführung reagierte auf die Ankündigungen bis dato kommentarlos. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr News zitierte am Sonntag Militärvertreter, die die Mitteilungen Trumps demnach als "nichts als eine neue Lüge" bezeichneten.

Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihn final dazu bewegt, "die Pläne zu stoppen", rechtfertigte der US-Präsident am Sonntag seine Entscheidung an Bord der Air Force One, den zuvor zum Ende der vergangenen Woche angeordneten "größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg" gegen Iran zu revidieren.

In den vergangenen 24 Stunden hat Trump damit erneut seine widersprüchlichen Pläne und Ankündigungen kurzfristig geändert. Zunächst drohte er Teheran mit einem umfassenden Angriff auf die iranische Infrastruktur, nun soll es kurz vor dem Abschluss eines Abkommens zu einer neuen Verhandlungsrunde stehen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian reagierte in einem der wenigen direkten Kommentare zum Status quo des Blicks Teherans auf das andauernde Agieren Washingtons mit der Erklärung auf X:

"Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat." 

Peseschkian betonte ferner in dem Beitrag, dass die finale Umsetzung des im Juni beschlossenen "'Memorandum of Understanding' (MoU) zur Stärkung der Sicherheit in Iran, in der Region und für die Verbündeten Teherans beitragen werde".

Laut arabischen Medienagenturen erfolgten am Sonntag zumindest Telefonate des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi mit dem pakistanischen Militärchef, dem saudischen Außenminister und dem irakischen Außenminister.

Trump führte dabei am Sonntag vor Pressevertretern weiter aus, dass er "eine neue Angriffswelle" gegen Iran abgesagt habe, da es demnach "Umrisse einer Einigung" gebe, die eine sofortige und uneingeschränkte Öffnung der Straße von Hormus "sowie ein Ende der nuklearen Bedrohung durch Iran" beinhalte.

Demgegenüber erklärte wiederum am Sonntagabend der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, "die Straße von Hormus werde niemals wieder den Zustand erreichen, der vor dem Krieg herrschte", so die Irna-Agentur zitierend.

Baghai betonte zudem, dass die jüngsten Gespräche mit Oman "keine Wiederöffnung der Meerenge bedeuten". In einem Fernsehinterview am Sonntagabend erklärte der Sprecher, dass "seit einiger Zeit Gespräche zwischen Teheran und Maskat" über die Zukunft der Straße von Hormus im Gange seien, mit dem Ziel, "einen konkreten Rahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Seeschifffahrt in diesem Gebiet zu vereinbaren".

Baghai erklärte weiter zu den Gesprächen mit Oman, dass die künftig vereinbarte Route durch die Straße von Hormus "weder die derzeitige Nordroute noch die derzeitige Südroute sein werde, sondern eine neue Route, die im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Iran und Oman festgelegt werden solle", zitierte Irna den iranischen Sprecher.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums betonte abschließend, dass die Gespräche Teherans mit Maskat "bilateraler Natur seien und keine dritte Partei betreffen".

Die Verhandlungen zwischen Iran und Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus befinden sich nach Angaben aus Teheran damit "in der finalen Phase".

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